Klinisch-psychologische Diagnostik

Was ist eine klinisch-psychologische Diagnostik?

Klinisch-psychologische Diagnostik und Behandlung gemäß § 22 Psychologengesetz 2013

Gemäß § 22 Abs 2 Z 1 Psychologengesetz 2013 fällt die klinisch-psychologische Diagnostik in den Tätigkeitsvorbehalt der Klinischen PsychologInnen. Die klinisch-psychologische Diagnostik zielt darauf ab, festzustellen ob bei der getesteten Person eine krankheitswertige psychische Störung vorliegt oder nicht. Informationen zur klinisch-psychologischen Diagnostik finden Sie hier:

Information zum Tätigkeitsvorbehalt der klinisch-psychologischen Diagnostik
BMASGK, Stand 04/2016


Einsatzgebiete

Kinder und Jugendliche

Typische Fragestellungen im Kindesalter betreffen schulische Leistungsfähigkeit (Lernprobleme, Teilleistungsstörungen, Prüfungsängste, Konzentrationsschwierigkeiten), Entwicklungsdiagnostik, Entwicklungskrisen (Trotzalter, Pubertät), psychosomatische Fragestellungen (z.B. unklare Bauchschmerzen, Kopfschmerzen) und Verhaltensauffälligkeiten (z.B. aggressives Verhalten, gehemmtes Verhalten, Enuresis, Enkopresis, Depression, Ängste). Immer häufiger geht es um die Abklärung einer möglichen AD(H)S und Autismus-Spektrum-Störung (Neurodiversität).

Erwachsene

Typische Fragestellungen bei Erwachsenen umfassen den gesamten Bereich der psychischen Erkrankungen (Depression, Ängste, Zwänge, Schizophrenie etc.). Bei neurologischen Erkrankungen, die das Zentrale Nervensystem betreffen (Gehirnhautentzündung, Schädelhirntrauma, Schlaganfall u.ä.) bzw. nach Zuständen, wo Sauerstoffmangel aufgetreten ist oder Vergiftungen stattgefunden haben, kann es zu kognitiven Beeinträchtigungen kommen, die die Alltagsaktivitäten beeinträchtigen. Weiters wird im Rahmen einer klinisch-medizinischen Diagnostik eine mögliche AD(H)S oder Autismus-Spektrum-Störung (Neurodiversität) getestet.

Hohes Erwachsenenalter

Im hohen Erwachsenalter steigt die Wahrscheinlichkeit psychischer Erkrankungen. Depressive Erkrankungen nehmen im Alter deutlich zu. Eine besondere Gruppe stellen die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Demenz dar. Die klinisch-psychologische Diagnostik spielt vor allem in der möglichst frühen Entdeckung eines geistigen Abbaus eine große Rolle, um entsprechend frühzeitig intervenieren zu können.